Klima-Karawane

120120 Cameroun Solaire DjaNyong CGyr_4730Der Regenwald im Kongobecken ist nach dem Amazonas der zweitgrösste zusammenhängende Urwald der Welt. Der Biodiversitätshotspot ist jedoch bedroht von illegalen Waldrodungen für den Exportmarkt. Die Menschen sind auf ihren Lebensraum für kleinbäuerliche Land- und Forstwirtschaft, Brennholz oder Heilpflanzen angewiesen. Die ländliche Bevölkerung lebt im Wald in abgelegenen Dörfern mit wenig Ein­kommen und Infrastruktur. Es fehlt oftmals an Zugang zu Energie-, Trinkwasser- und Gesundheitsversorgung, an Ausbildungs­möglichkeiten oder an Marktzugang für die landwirtschaftliche Produktion.

Ziele

  • Wald- und Klimaschutz durch die Verbreitung von Solarenergie und Energieeffizienz für eine schonende Nut­zung der Ressourcen.
  • Verbesserung der Lebensbedingungen durch Unterstützung in der Selbstorganisation für eine nachhaltige Entwicklung.

Projektgebiete

  • Seit 2011 ist die Klima-Karawane in 15 Dörfern in den bewaldeten Einzugsgebieten der Flüsse Dja und Nyong in Zentral – und OstKamerun aktiv.
  • 2013 wurde das Projekt auf die Region Mengang mit 24 Dörfern in Zentralkamerun aus­geweitet.

Ansatz und Vorgehen

wald

Der Regenwald des Kongobeckens ist der grösste Wald in Afrika.

Die Klima-Karawane will eine nachhaltige und selbstbestimmte Entwicklung in den Dorfgemeinschaften fördern. Dafür wird die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit  (ökologisch, sozial und wirtschaftlich) in drei Projektphasen unter­teilt. Als Vorbereitung werden durch Haushaltsbefragungen und Dorfversammlungen die Möglichkeiten und Be­dürfnisse einer Gemeinde erfasst und die spezifischen Aktivitäten gemeinsam definiert.

  • Vorbereitung:  Haushaltsbefragungen, Dorf­versammlungen, Ausbildungen in Dorfentwicklung
  • Phase 1: Erneuerbare Energie Ausbildung von Solar­techniker/innen, Installationen von Solaranlagen
  • Phase 2: Trinkwasser und Gesundheit solarbetriebene Trinkwasser­anlagen, raucharmes und energie­effizientes Kochen, Solar-Kühlschränke für Gesundheitszentren
  • Phase 3 Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft nachhaltiger Anbau, Markt­zugang

Im Zentrum der Klima-Karawane stehen nicht nur die Partizipation und der Einbezug aller Bevölkerungsschichten, sondern auch die Ausbildung von jungen Dorfbewohner/innen beispielsweise in Dorfentwicklung oder Solartechnik. Für die Dorfentwicklung arbeitet die Klima-Karawane mit der sogenannten psycho-sozio-kulturellen Methodologie für Organisation und Entwicklung, die vom brasilianischen Ethnologen Guillerme Dos Santos Barboza im Amazonasgebiet entwickelt und in das Kongogebiet transferiert wurde.

Resultate

2013 wurde die erste Projektphase Erneuerbare Energie in 15 Pilotdörfern erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurden rund 150 Solaranlagen installiert, 600 portable Solarlampen verkauft und 60 Personen in Dorfentwicklung und Solartechnik geschult.

Aktuell

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Ein von der Klima-Karwane ausgebildeter Solartechniker bei der Installation einer Solaranlage.

Für 2015 sind folgende Projekte geplant, die von Seiten Solafrica unterstützt werden:

  • Energieeffiziente Kochstellen für eine gesunde Lunge: 50 Dorfbewohnerinnen werden im Bau der Kochstellen geschult und diese in den Haushalten verbreitet. Das Projekt findet in einer wenig bewaldeten Region und einer dicht bewaldeten Region statt, so dass die Akzeptanz der Kochstellen verglichen werden kann. Eine medizinische Studie zu Wirkung der Kochstellen auf die Lungenfunktion wir in Zusammenarbeit mit einem Lungenarzt und Buana e.V. durchgeführt.
  • Installation von SolarChills in Gesundheitszentren: Zwei batterielose und solarbetriebene Kühlschränke für Medikamente wurden 2014 nach Kamerun transportiert, um dort 2015 in zwei ländlichen Gesunheitszentren installiert zu werden.
  • Solarenergie für nachhaltigen Wald- und Klimaschutz: In Mengang ist geplant drei Dorfgemeinschaften den Zugang zu Solarenergie zu ermöglichen.
  • Solarenergie für drei Schulen: Im Projektgebiet Nyong wurden während der Energiephase auf privaten Haushalten Solaranlagen installiert. 2015 sollen drei Schulen ebenfalls von der Solarenergie profitieren.

Entstehung

Die Klima-Karawane entstand als Waldschutzprojekt, als sich Greenpeace und kamerunische Organisationen an der Klima-Konferenz 2009 in Kopenhagen trafen. Erste Pilotaktivitäten fanden 2010 im Norden Kameruns und im Regen­wald der Demokratischen Republik Kongo statt. 2011 wurden 15 Dörfer im kamerunischen Regenwald aus­gewählt und die Klima-Karawane von einem Greenpeace Mitarbeiter aufgebaut. Solafrica als Spinn-off von Green­peace, kam 2012 als Partner dazu. Ende 2014 hat sich Greenpeace von der Klima-Karawane in Kamerun zurückgezogen, um die Idee und Erfahrung in anderen Teilen der Welt zu verbreiten. Die operative Führung der Klima-Karawane hat die lokale Organisation Association Jeunesse Verte du Cameroun (AJVC). Bereits seit 2013 hat die Kamerunerin Aline Kana Fomekong die Koordination übernommen.

Partner

Association Jeunesse Verte du Cameroun (AJVC): AJVC ist eine Organisation junger Kameruner/innen, die sich seit über zehn Jahren für eine nachhaltige Entwicklung Kameruns einsetzt.

Association pour la Création Centre Enfant et Développement Communautaire (ACCEN-DC): ACCEN-DC ist eine lokale Gesundheitsorganisation für den ländlichen Raum, mit Fokus auf AIDS-Prävention und Kinder- bzw. Familien­hilfe.

Centro Afro-Brasileiro de Estudos e Pesquisas Culturais (CABEPEC): CABEPEC ist eine Organisation für angewandte ethnologische Forschung aus Brasilien und hat langjährige Erfahrung mit Dorforganisation- und Entwicklung im Amazonas­regenwald. Direktor ist der Ethnologe Guillerme Dos Santos Barboza

Greenpeace Schweiz: Greenpeace ist eine unabhängige, internationale Umweltorganisation, die sich seit 1971 welt­weit für eine ökologische, soziale und gerechte Gegenwart und Zukunft einsetzt.

 

Unterstützung

Bisher wurde die Klima-Karawane von folgenden Organisationen unterstützt:

 

Umweltstiftung Greenpeace DeutschlandMigros HilfsfondsKanton Basel Stadt Stadt Rapperswil-Jona Stadt Zug Greenpeace SchweizLotteriefonds Kanton SchaffhausenStadt Aarau