Klima-Karawane

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Die Klima-Karawane ist ein umfassendes Programm, das sich im Regenwaldgebiet Kameruns für eine nachhaltige und selbstbestimmte Dorfentwicklung einsetzt. Oberstes Ziel ist dabei der Schutz des Waldes und des Klimas. Ausgehend von der Überzeugung, dass langfristig nur die lokale Bevölkerung ihren Lebensraum schützen kann, setzt die Klima-Karawane bei der Stärkung der Dorfgemeinschaften an, die im und vom Wald leben. Dabei werden Projekte in den Dörfern umgesetzt, die sowohl zu einer Verbesserung der Lebensbe­dingungen als auch zur Schonung der natürlichen Ressourcen beitragen. Die Klima-Karawane wurde 2010 von Greenpeace initiiert und wird seit 2014 von Solafrica getragen.

 

Kontext

Der Regenwald im Kongobecken ist der zweitgrösste zusammenhängende Urwald der Welt. Aufgrund seiner hohen Biodiversität und seiner Funktion als riesiger CO2-Speicher ist dieser Lebensraum für Menschen und Tiere sowie für das globale Klima besonders schützenswert.

Die Bewohner/innen leben in abgelegenen Dörfern als Kleinbauern oder als Nomaden mit wenig Einkommen und Infrastruktur. Sie sind auf die Ressourcen des Waldes für Nahrungsmittel, Brennholz, Baumaterial und Heilpflanzen angewiesen. Es fehlt oftmals an Zugang zu Energie, Trinkwasser und Gesundheitsversorgung, an Ausbildungsmöglichkeiten oder an Marktzugang für die landwirtschaftlichen Produkte.

 

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Die lokale Bevölkerung lebt von kleinen Plantagen im Regenwald mit wenig Einkommen und Infrastruktur. Lomié, Ostkamerun

Ansatz

Zusammen mit der lokalen Bevölkerung setzt die Klima-Karawane Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zum Schutz der natürlichen Ressourcen um. Die Klima-Karawane setzt bei ihren Projekten stets auf die Verbindung von:

  • Zugang zu elementarer Grundversorgung (aktuell Energie)
  • Ausbildungen von jungen Erwachsenen, Frauen oder Minderheiten
  • Selbstbestimmung und Partizipation möglichst aller Bevölkerungsgruppen
  • Organisation von Eigenmitteln und Eigenständigkeit

Mit Ausbildungen, Dialog und Partizipation erreichen wir die lokale Bevölkerung und sensibilisieren sie in Wald- und Klimaschutzanliegen.  Wir setzen auf langfristige Partnerschaften mit den Dorfgemeinschaften und erzielen so eine Wirkung über die technischen Lösungen hinaus. Dieser Bottom-up-Ansatz bewirkt nicht nur eine wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung, sondern auch ein Empowerment der Dorfgemeinschaft, die dadurch ihren Lebensraum besser schützen kann.

Energieversorgung wurde in einer umfassenden Befragung der lokalen Bevölkerung als eines der wichtigsten Anliegen identifiziert. Mit der Einführung der Solarenergie konnten sofortige Resultate gezeigt werden, womit das Engagement der lokalen Bevölkerung erreicht wurde. Die Solarenergie ist eine umweltschonende, dezentrale und bezahlbare Energieversorgung, die eine nachhaltige Entwicklung im Regenwaldgebiet fördert.

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Gespräche mit der Dorfbevölkerung und Befragungen zu den Lebensbedingungen sind ein Grundpfeiler der Klima-Karawane. Nkolseng, Zentralkamerun

Ziele

Vision: Die Klima-Karawane erreicht eine nachhaltige und selbstbestimmte Dorfentwicklung, die sowohl die lokalen Lebensbedingungen verbessert, als auch den Regenwald und das Klima schützt.

2016: Mit Solarinstallationen und Ausbildungen in vier Dörfern, drei Schulen und zwei Gesundheitszentren verfolgt die Klima-Karawane 2016 folgende Ziele:

  • Die Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche verbessern durch die Elektrifizierung von Privathaushalten und Schulen
  • Die Gesundheit in den Dorfgemeinschaften verbessern durch die Sicherstellung von gekühlten Impfstoffen und Medikamenten sowie Beleuchtung im Gesundheitszentrum
  • Die wirtschaftliche Produktivität in Privathaushalten und Kleinbetrieben steigern durch die Installation von Solaranlagen (140 Haushalte)
  • Jungen Dorfbewohner/innen eine Ausbildung und berufliche Perspektiven im Bereich Solartechnik ermöglichen (20 Solartechniker/innen)
  • Die Dorfgemeinschaften in Wald- und Klimaschutz sensibilisieren (30 Delegierte nehmen an Umweltbildungsworkshops teil)
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Die Primarschule in Bédoumo wird solarisiert. Bédoumo, Ostkamerun

 

Projektgebiete

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Projektregionen der Klima-Karawane

Seit 2011 ist die Klima-Karawane in den bewaldeten Einzugsgebieten der Flüsse Dja und Nyong in Zentral- und Ostkamerun tätig.

2013 wurde das Projekt auf die Region Mengang mit 24 Dörfern in Zentralkamerun und 2014 auf die Region Akom II mit 20 Dörfern in Südkamerun aus­geweitet.

 

 

Entstehung

2009 wurde die Klima-Karawane von Greenpeace Schweiz zusammen mit kame­runischen Partnern als Wald­schutzprojekt an der Klima-Konferenz in Kopenhagen unter dem Motto „Urwaldschutz ist Klimaschutz, Solarenergie eine Lösung für Afrika“ initiiert. Nach einer Pilotphase von fünf Jahren zog sich Greenpeace Ende 2014 zurück, um die Idee und Erfahrung in anderen Teilen der Welt zu verbreiten. Solafrica, aus verschiedenen Greenpeace Projekten entstanden, kam 2012 als Partner dazu und übernahm 2014 das Projekt vollständig als internationaler Partner.  Die operative Führung sowie die admi­nistrative Verantwortung der Klima-Karawane hat die lokale Organisa­tion Association Jeunesse Verte du Cameroun (AJVC).

 

 

Bisherige Resultate

In der ersten Projektphase  zwischen 2011 und 2013 wurden in 15 Pilotdörfern in Ostkamerun 150 Solaranlagen installiert, 600 portable Solarlampen verkauft und 60 Personen in Dorfentwicklung und Solartechnik geschult. Die Klima-Karawane konnte die Solarenergie erfolgreich verbreiten und es gingen viele Anfragen von weiteren Dörfern ein.

Seit 2014 wurden insgesamt 70 Haushalte, drei Schulen und zwei Gesundheitszentren mit Solaranlagen ausgestattet. Zwei solarbetriebene Kühlschränkt (sog. SolarChills) wurden für die Kühlung von Medikamenten und Imfpstoffen in zwei Gesundheitszentren installiert. 28 Personen wurden in Solartechnik ausgebildet.

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Junge Erwachsene werden in Solartechnik ausgebildet. Akom II, Südkamerun

Zudem wurde das Team der Klima-Karawane vom kamerunischen Entwick­lungs­programm Programme Nationale du Développement Participatif (PNDP) beauftragt, die Gemeinde­planung für Mengang zu entwickeln. Die Klima-Karawane hat insbesondere im Bereich der Dorfentwicklung bzw. im Umgang mit der ländlichen Bevölkerung viel Erfahrung und Know-How.

 

 

Lokale Partnerorganisation

Association Jeunesse Verte du Cameroun (AJVC): AJVC ist eine Organisation junger Kameruner/innen, die sich seit über zehn Jahren für eine nachhaltige Entwicklung Kameruns einsetzt.

 

Weiteres

Projektbeschrieb 2016

 

Bisherige Unterstützung

Umweltstiftung Greenpeace DeutschlandStadt Aarau

Migros Hilfsfonds

Kanton Basel Stadt

 

 

Stadt Rapperswil-Jona

Stadt Zug

SolarsparGreenpeace SchweizLotteriefonds Kanton Schaffhausen

 

 

Gsell-Stiftung

 

 

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